Warum ist der Imker jetzt im Internet ?

Hier möchte ich eine Plattform schaffen für Aktuelles rund um Bienen , Honig und Imkerei

um einen Pool für Informationen zu schaffen.

Gerne lasse ich ihre anregungen dazu einfließen !  

Imkermeister Klaus Ahrens im interview Bienen , Politik und Internet 

 

Interviewpartner:

Quelle : http://www.your-social-media-business.de/unternehmen-im-social-media/imkerei-ahrens 
FB Media & Co. KG
Mendener Weg 3
04736 Waldheim
034327/666046
www.yoursocialmediabusiness.de

Klaus Ahrens
Haußelbergweg 54
29328 Faßberg/Müden
http://www.imkerei-ahrens.de  

 

 

 

FB Media:
Herr Ahrens, wir freuen uns, dass wir Sie heute zu unserem Projekt „Unternehmen zeigen sich transparent“ begrüßen dürfen. Erzählen Sie uns etwas über Ihre derzeitige Tätigkeit und wie Sie mit dem Thema „Social Media“ in Berührung gekommen sind?


Klaus Ahrens: 
Ich bin Hauptberuflicher Imker. Unser Imkereibetrieb wird nun schon seit über 100 Jahren in der dritten Generation fortgeführt.

In der Vergangenheit dachte ich immer, dass ich nicht darauf angewiesen bin, in den sozialen Netzwerken aktiv mitzuwirken. Gerade in der Branche der Imkerei ist es so, dass der Kunde den Honig zu schätzen weiß – sofern die Qualität gegeben ist. Deshalb können wir bereits einen großen Kundenstamm vorweisen. Zudem sind unsere Kunden meist ältere Herrschaften, die eher selten in den sozialen Netzwerken anzutreffen sind. Dazu muss ich sagen, dass wir sehr überrascht waren, als plötzlich langjährige Stammkunden, ihren Honig online bestellten.

Dies hat mir gezeigt, dass doch kein Weg mehr an der digitalen Welt vorbei führt. Somit habe ich mich kurzerhand in diversen Foren angemeldet, um die Kunden auf verschiedene Schwerpunkte in der Imkerei aufmerksam zu machen.

Imkerei Ahrens

Also haben Sie den Beitritt in die sozialen Netzwerke gewagt, um den Leuten die Problematik der Imkerei näher zu bringen?

Ja und es hat funktioniert. Ich habe damals angefangen, in den sozialen Netzwerken als Experte der Imkerei zu fungieren. Andere Nutzer stellten mir immer mehr Fragen. Diese Chance musste ich einfach nutzen, um die breite Masse für die Thematik zu sensibilisieren.

Und wo haben Sie sich Ihr Wissen über die sozialen Medien angeeignet? Haben Sie schon einmal eine Schulung besucht?

Nein. Es war mehr durch „Learning by Doing“ - ich habe mir einen Computer gekauft und einen Überblick über die sozialen Medien verschafft. Dann dachte ich mir, dass das auch eine Option für mich wäre. Also habe ich angefangen, wie bereits gesagt, Informationen über Bienen und Imkerei zu veröffentlichen.

Durch das Publizieren von Inhalten mit Mehrwert haben Sie also automatisch Kunden gewonnen?

Sozusagen. Ich höre immer wieder, dass Leute es an erster Stelle toll finden, dass ich mich für die Umwelt und für die Bienen einsetze. Die Kunden kommen dann ganz von allein.
Es bringt absolut nichts, im On- und auch Offlinebereich mit dem besten Honig zu werben. Viel effektiver ist es, wenn sich die Qualität unseres Produktes bspw. auf Wochenmärkten rumspricht.

Sie sagten vorhin, dass einer Ihrer Stammkunden den Honig online bestellt hat. Beliefern Sie Ihre Kunden denn auch oder kann man Sie nur auf Wochenmärkten antreffen?

Nein, natürlich haben wir auch einen Onlineshop. Dabei legen wir vor allem großen Wert auf die Schnelligkeit beim Versand. Bestellt ein Kunden heute seinen Honig, hat er diesen in spätestens vier Tagen.

Haben Sie dafür ein eigenes Logistikzentrum?

Das Logistikzentrum bin ich (lacht). Da ich die meiste Zeit am Computer arbeite, sehe ich sofort, wenn eine Bestellung rein kommt. Normalerweise sind unsere Versandtage Montag und Donnerstag. Allerdings machen wir bei Großaufkommen auch Ausnahmen, sodass wir den Honig spätestens zwei Tage nach Bestellungseingang auf die Reise schicken können.

Das ist ja schon fast vergleichbar mit Amazon und dahinter steckt ein großes Logistikzentrum.

Angetreten sind wir, um die Weltherrschaft auf dem Honigmarkt zu erlangen. Nein im Ernst, es ist wichtig, sich Ziele zu setzen. Wer keine Ziele hat, braucht sich und sein Produkt auch nicht im Internet bewerben.

Diese Erfahrung konnten wir leider auch schon machen. Viele Unternehmen, welche in den sozialen Netzwerken aktiv sind, haben keinen strategischen Plan. Ein Profil ist schnell erstellt und verwaist dann mit der Zeit.

Ich kann aus meiner persönlichen Erfahrung heraus sagen, dass man am Anfang nicht zu viel erwarten darf. Es ist ein langer Weg, sich das Vertrauen der Kunden zu erarbeiten. Sobald man allerdings das Vertrauen gewonnen hat, vervielfacht sich das Ganze exponentiell.

Die beste Werbung ist es, wenn einer unserer Kunden auf unserer Facebook-Fanpage einen Kommentar hinterlässt. Erst kürzlich schrieb eine junge Frau: „Hallo Herr Ahrens, vor zwei Tagen Honig bestellt, heute schon auf dem Frühstückstisch. Schmeckt wunderbar.“

Dies sind die kleinen Erfolge, die man nur durch das Internet erzielen kann.

Und solche positiven Kommentare tragen auch gleichzeitig zu einem viralen Effekt bei. Welche Herausforderungen gab es für Sie auf dem Weg zum digitalen Erfolg?

Ich betreibe neben der Fanseite der Imkerei Ahrens noch verschiedene andere Seiten. Zum einen die Touristeninformation Müden/Niedersachsen, mit der ich Touristen in unsere Gemeinde locken möchte, die dann natürlich gleich noch meinen Honig kaufen (lacht).

Zum anderen bin ich vor 3 Jahren in den Vorstand des deutschen Berufsimkerverbunds beigetreten und mache nun mit einer weiteren Seite auf die gesamte Europapolitik aufmerksam.

Die größte Herausforderung besteht darin, zu diesen Themen vernünftige Artikel zu finden, welche gleichzeitig eine große Reichweite erzeugen. Mittlerweile erzielen wir allerdings einen recht großen Informationsfluss.

Das bringt uns auch gleich zum nächsten Punkt: Welche Auswirkungen hatte der Schritt den sozialen Medien beizutreten für Ihr Unternehmen?

Social Media geht einher mit viel Zeitaufwand, d.h. wenn man eine Fanseite betreibt, muss man auch schnell reagieren können. Darüber sollte man sich im Klaren sein.

Ich versuche, Anfragen noch am gleichen Tag zu bearbeiten. Irgendwann hat man dann automatisch den „Breakeven“ erreicht.

Neben dem Social Media-Geschäft habe ich im Sommer etliche Bienenvölker, die ich betreuen muss, den im Grundsatz bin ich noch immer Imker und habe - gerade im Sommer - viel Arbeit mit den Bienen. Da kann es schon vorkommen, dass ich bis tief in die Nacht arbeite. Zudem muss auch der Versand schnell bearbeitet werden.

Alternativ könnte man sich selbstverständlich auch Mitarbeiter einstellen, die einen die Arbeit abnehmen.

Aber „externe“ Angestellte führen über kurz oder lang dazu, dass der Familienbetrieb ein wenig aus dem Gleichgewicht gerät.

Das ist sicherlich wahr. Aber ich kann glücklicherweise auf viele Mitglieder meiner Familie zurückgreifen.

Das ist sicherlich keine Selbstverständlichkeit. Hat sich denn seit dem Beitritt in die sozialen Medien etwas an Ihrer Meinung geändert?

Zwischendurch habe ich schon an der ganzen Angelegenheit gezweifelt. Man steckt so viel Arbeit rein und sieht nicht wirklich Erfolge. Mittlerweile hat sich das aber grundlegend geändert. Wenn ich heute einen guten Beitrag verfasse, habe ich gleichzeitig viele Bestellungen.

Durch die sozialen Medien kann man viel erreichen - sofern man sich in Geduld übt.

Klaus Ahrens

Auf welchen Social Media Kanälen sind Sie aktiv?

In Facebook, XING, LinkedIn und Google+ bin ich sehr aktiv. Google+ sehe ich für die Zukunft als sehr wichtig an. Auch auf YouTube veröffentliche ich kurze Videos.
Nebenbei findet man mich auch auf Pinterest und diversen Imkereiforen. Dort tausche ich mich mit Kollegen aus und mache ganz nebenbei noch auf interessante Artikel auf meiner Facebook-Fanpage aufmerksam.

Die Plattform LinkedIn ist eher für die internationale Ebene bekannt. Bedienen sie auch Kunden aus dem Ausland oder ist der Versand nur auf nationaler Ebene begrenzt?

Manchmal kommt es vor, dass wir auch ins Ausland versenden. Allerdings ist dies mit sehr viel Mehraufwand verbunden.

Also ist der Kosten-Nutzen-Effekt eher gering?

Bei uns ist der Kunde König, d.h. wenn ein Kunde unseren Honig in Amerika möchte, bekommt er diesen auch.
Oft kommen auch Kunden, die den Honig hier kaufen und selbst zu Bekannten oder Verwandten ins Ausland verschicken. In die Pakete stecke ich kleine Werbe-Flyer mit Informationen, auf welchen Plattformen ich zu finden bin und dass Interessenten dort viel über die Imkerei lernen können. So betreibe ich gleich noch aktives „Offline-Marketing“ für meine Social Media Präsenzen und gewinne Fans aus dem Ausland.

Da sprechen Sie gleich einen wichtigen Punkt an. Wie haben Sie es geschafft, sich auf den Plattformen eine „Fangemeinde“ aufzubauen?

Was mir sehr geholfen hat, war die Thematik der Bienenpolitik. Ein Bekannter gab mir Zugriff auf eine Liste, auf der weltweit über 800 Imker aufgelistet waren. Mit diesen habe ich mich online angefreundet, sodass meine Beiträge auf der ganzen Welt, gelesen, kommentiert und geteilt werden konnten. Dies sorgte für einen enormen viralen Effekt.

Mit meinen Videos auf YouTube mache ich die Leute neugierig, indem ich Ihnen einen Mehrwert biete. Eine gute Mischung schafft Interesse. Ich poste nicht immer Dinge, die nur mit Imkerei zu tun haben, sondern auch aktuelle Themen wie bspw. das Freihandelsabkommen. Dazu veröffentliche ich meine persönliche Meinung und rege so Diskussionen an.

Ich denke, dass gerade die Thematik rund um das Freihandelsabkommen eine sehr große Diskussionsfläche bietet.

Ja, gerade weil viele Leute nichts oder nur wenig über das Thema wissen.

Woher nehmen Sie Ihre Anregungen und Ideen für Ihre Unternehmensseite?

Ich habe mir über Google ein Alert erstellt. Sobald ein interessanter Bericht veröffentlicht wird, bekomme ich sofort eine Meldung. Zudem nutze ich die Imkerverbände, denen ich beiwohne. Selbstverständlich tauscht man sich aber auch zwischen den Kollegen aus, was es gerade aktuelles gibt.

Sie selbst sind Mittelständler. Wir haben festgestellt, dass zu wenig Mittelständler die Potenziale der sozialen Medien nutzen, um Kunden zu gewinnen und Aufträge zu generieren. Stimmen Sie dieser Aussage zu?

Ja, eindeutig. Ich schätze die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke sehr hoch - gerade für die kleineren Betriebe. Zugegeben, das Bedienen der sozialen Netzwerke ist sehr zeit- und arbeitsintensiv, aber wenn man den richtigen Dreh raus hat, kann sich die investierte Zeit durchaus lohnen.

Irgendwann wird mit viel Geduld aus der aktiven Online-Arbeit dann Offline-Arbeit (lacht).

…und mit der Zeit auch ein guter Mix aus beiden. Wie haben Ihre Kunden denn auf Ihre Facebook-Präsenz reagiert?

Super. Vielen war es neu, dass ein Imker sich so in der Öffentlichkeit präsentiert. Mittlerweile stehe ich mit den Meisten in direkten Kontakt und bekomme so auch gleich immer Anfragen, wann ich das nächste Mal in der Nähe des Kunden bin.

Möchten Sie uns noch ein paar abschließende Worte mit auf dem Weg geben?

Ja. Ich habe mit meinen Kollegen ein kostenloses Onlinemagazin, welches sämtliche Genre bedient, gegründet. In Zukunft wird dieses einen hohen Stellenwert erzielen. Der Effekt soll sein, dass wir unser eigenes kleines Facebook erstellen. Mittlerweile können wir täglich 2.000 Nutzer innerhalb von 3 Monaten zählen.

Für die Verbreitung des Magazins sind die sozialen Medien natürlich bestens geeignet – eine kostengünstigere Werbefläche findet man nirgends.

Herr Ahrens, vielen Dank für das sehr interessante Interview. Wir wünschen Ihnen künftig weiterhin alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft.

 

 

 

 Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund e.V. Das Freihandelsabkommen aus der Bienenperspektive
Welche Auswirkungen hat das Transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP für den Imkereisektor? Europa ist ein echtes Problem für Hersteller von potentiell gefährlichen Produkten. Während in den USA erst nach einem
Schaden Sammelklagen von betroffenen Kunden teuer werden können, vermiest in Europa die Regulierung nach dem
Vorsorgeprinzip schon im Vorfeld die Geschäfte. In den USA liegt die Beweislast beim Geschädigten. In Europa muss der
Hersteller beweisen, dass sein Produkt sicher ist. Natürlich ist diese Darstellung stark vereinfacht, aber das amerikanische
Grundprinzip „Erst schießen, dann Fragen stellen.“ ist doch ein wichtiger Unterschied zu Europa.
Das Freihandelsabkommen aus der Bienenperspektive
Welche Auswirkungen hat das Transatlantisches Freihandelsabkommen TTIP für den Imkereisektor?
In den letzten Jahren hatten wir als
Imker leider die Gelegenheit, zwei
Problemfelder sehr genau kennenzulernen.
Beginnen wir mit dem Problemfeld
der Pestizide: Im Moment versuchen
wir ja, die auf zwei Jahre befristeten
Teilverbote für die drei wichtigsten
Neonicotinoide und Fipronil zu einem
umfassenden und dauerhaften
Verbot bienengefährlicher Insektizide
zu erweitern.
Die Hersteller akzeptieren selbst das
zeitlich befristete Teilverbot nicht
und haben die Kommission vor dem
Europäischen Gerichtshof (EuGH)
verklagt. Man wolle Klarheit über
die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Die betroffenen Wirkstoffe seinen
zugelassen und nun ohne neue
Faktenlage verboten worden. Das
Entscheidungsverfahren sei fehlerhaft
und die Zulassungsbehörde
(EFSA) habe ungenau und unvollständig
geprüft.
Die Chemieindustrie hat mit dem
„fehlerhaften Entscheidungsverfahren“
ein grundsätzliches Problem.
Im Mai 2013 schrieb CropLife
America an den US-Handelsbeauftragten,
und bezeichnete das
Verbot der Neonicotinoide als ein
Beispiel für den „Missbrauch des
Vorsorgeprinzips durch die EU“ und
beschreibt als „höchst problematisch“
die “aktuell stattfindende Kategorisierung
von Chemikalien als
endokrine Disruptoren. Dies widerspreche
dem wissenschaftsbasierten
Risikobewertungsansatz, wie er von
der US Environmental Protection
Agency EPA angewendet wird.
Das Schreiben ging deshalb an den
US-Handelsbeauftragten, weil auf
dem Wege des Freihandelsabkommens
zwischen der EU und des USA
ein Generalangriff auf die Anwendung
des Vorsorgeprinzips durch die
EU unternommen werden soll.
Sollte dieses Abkommen vor Auslaufen
des Neonic-Verbots in Kraft
treten, wird es deutlich schwieriger
werden, das Verbot zu verlängern
oder zu gar erweitern.
Es geht den Herstellern aber nicht
nur um die aktuell betroffenen Produkte.
Diese werden schon seit vielen
Jahren so großflächig angewendet,
dass die Schädlinge zum Teil bereits
resistent sind.
Auch wenn es nicht zu einem dauerhaften
Verbot kommt, werden die
Wirkstoffe durch neue Produkte
ersetzt werden müssen. Deren Zulassung
könnte aber an den bereits
von der EFSA vorgeschlagenen
verbesserten Zulassungstests scheitern.
Deshalb wird intensiv daran
gearbeitet, eine stärkere Regulierung
und eine konsequente Anwendung
des Vorsorgeprinzips zu verhindern.
Dies ist das Ziel der amerikanischen
Seite in den TTIP-Verhandlungen.
Ob die EU-Kommission tatsächlich
in den Verhandlungen die europäischen
Standards verteidigt, können
wir leider nicht überprüfen, da dieser
Prozess sich vor allem durch umfassende
Geheimhaltung auszeichnet.
Aus der Bienenperspektive können
wir jedoch aufgrund eigener Erfahrungen
einiges zur Vertrauenswürdigkeit
der EU-Kommission sagen.
Die gleiche Kommission, die gerade
den Bürgern erzählt, dass die hohen
Verbraucherschutzstandards der
EU nicht verhandelbar seien, haben
gerade mit allen Mitteln das Urteil
des Europäischen Gerichtshofes zur
Kennzeichnung von Gentechnik im
Honig ausgehebelt.
Mathias Groote (SPD) war zum
Zeitpunkt der Abstimmung über
den Vorschlag der Kommission zur
Änderung der Honigverordnung
Vorsitzender vom federführenden
Umweltausschuss des Europäischen
Parlaments.
In einer öffentlichen Veranstaltung
im bayerischen Landtag vor einigen
Monaten sagte er dass das fragwürdige
Vorgehen der Kommission
nach seiner Einschätzung „vorrauseilender
Gehorsam“ gegenüber den
Amerikanern gewesen sei. Man
habe dieses Problem aus den TTIPVerhandlungen
heraushalten wollen.
Genauso wie das Vorsorgeprinzip,
ist auch das europäische Gentechnikrecht
den Konzernen ein Dorn
im Auge. Auf dem Umweg über das
Freihandelsabkommen möchte man
endlich den Weg für die Gentechnik
in Europa frei machen.
An dieser Stelle sei nochmal daran
erinnert, dass das heute in Europa
gültige Gentechnikrecht nicht etwa
das Ergebnis eines demokratischen
Willensbildungsprozesses in der EU
ist.
Im Gegensatz zur Schweiz gab es
hier nie eine Volksabstimmung.
Vielmehr hatte die EU seit 1998
ein Gentechnikmoratorium, da die
Bürger damals wie heute mit großer Mehrheit den Anbau von gentechnisch
veränderten Pflanzen ablehnten.
Nach Klage von USA, Kanada
und Argentinien vor einem Schiedsgericht
der Welthandelsorganisation
(WTO) beendete 2003 die EU das
Moratorium und öffnete die Tür für
die umstrittenen Pflanzen. Schon
damals wurden die Regeln des Freihandels
und ein damit verbundenes
Rechtssystem angewendet, um sowohl
demokratische Entscheidungen
als auch die demokratisch legitimierte
nationale Gerichtsbarkeit zu
umgehen.
Um den Bürgern den Einstieg in
die Agro-Gentechnik zu verkaufen
versprach die Kommission Wahlfreiheit,
Koexistenz und Null-Toleranz
bei nicht-zugelassenen GVOs.
Aber schon wenige Monate später,
überlegte man in Brüssel, wie man
die Einhaltung dieser Versprechen
beim Honig vermeiden kann, damit
sich aus der Koexistenz mit der
Imkerei keine Einschränkungen für
die Gentechnikindustrie ergeben.
Diese Farce konnten wir mit Hilfe
des EuGH erst 2011 beenden und
platzten damit mitten in die anlaufenden
TTIP-Verhandlungen hinein.
Dadurch sah sich die Kommission
gezwungen, den Bienen eine neue
magische Fähigkeit zuzuschreiben.
Nach der neuen Honig-Richtlinie
soll der Verbraucher nun glauben,
dass Bienen in der Lage sind, gentechnisch
veränderten Pollen durch
den Eintrag in den Honig in ein
natürliches Produkt zu verwandeln.
Für uns Imker zeigen die Beispiele
Pestizide und Gentechnik, wie
gefährlich dieses demokratiefreie
Abkommen für hart erkämpfte
Erfolge und zukünftigen Schutz
unserer Bienen sein kann. Viele der
umstrittenen Regelungen sind bereits
in einem ähnlichen Abkommen
mit Kanada (CETA) enthalten, das
demnächst in den Ratifizierungsprozess
gehen soll.
Die Bürger verstehen sofort, dass ein
Vertrauensvorschuss für die Kommission
bei den TTIP-Verhandlungen
keinesfalls gerechtfertigt ist,
wenn wir darüber berichten, wie
man mit uns Imkern in den letzten
10 Jahren und ganz aktuell bei der
Frage der Gentechnik umgangen ist.
Daher unterstützen wir die Europä-
ische Bürgerinitiative gegen TTIP
und CETA:
Walter Haefeker

 

Quelle : Bericht vom Bayerischen Rundfunk 

Bienensterben Summ, summ und stumm

Im Frühjahr schlägt die Stunde der Wahrheit für die bayerischen Imker. Wenn der Schnee geschmolzen ist, schauen sie zum ersten Mal wieder nach ihren Bienen-Völkern. Dieses Jahr müssen Imker auf das Schlimmste gefasst sein.

Von: Werner Bader

Stand: 21.03.2015

 

Artikel : Bayerischer Rundfunk Bienensterben: Summ und stumm

 
 

Bis zu 30 Prozent der Bienenvölker haben nach Schätzungen des Deutschen Imkerbundes den Winter nicht überlebt, mancherorts liegen die Ausfälle sogar bei 50 oder 70 Prozent, einzelne Imker haben alle Völker verloren.

 

Die Milbe ist nicht der einzige Bösewicht

Der große Bösewicht scheint schnell gefunden: Noch immer schädigt die Varroa-Milbe die Bienenvölker, in diesem Winter vermehrten sich die Parasiten ungewöhnlich stark. Doch neben der Milbe rücken zunehmend andere Faktoren in den Fokus: Etwa die Pestizide in der Landwirtschaft, oder die zunehmenden Monokulturen infolge des Biogas-Booms.

 
 Imkermeister Klaus Ahrens

Zu viel Gift in der Landschaft, zu wenig Blüten und Pollen für Bienen und andere bestäubende Insekten. Das wissen längst auch die Bauern, trotzdem achten sie bei der Arbeit kaum auf die fliegenden Helfer – und umso mehr auf den Ertrag. Eigentlich haben Bienen in Bayern eine ganz gute Lobby. Offenbar sind andere Lobbyisten aber stärker.

 

 

Heidehonig der Imkerei Ahrens ist “Kulinarischer Botschafter Niedersachsens”

Der Heidehonig der Imkerei Ahrens aus Müden/Ö. wurde kürzlich von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als “Kulinarischen Botschafter Niedersachsens” ausgezeichnet und in der Laudatio als traditionelles Produkt in hochwertiger Qualität beschrieben.

  Heidehonig der Imkerei Ahrens  jetzt Botschafter von Niedersachsen

Imkermeister Klaus Ahrens freut sich sehr über die Auszeichnung und möchte sie als “Botschafter der Bienen” nutzen. “Ich hoffe, dass ich so Aufmerksamkeit erhalte und die Situation der Bienen in unserer Region wieder bienenfreundlicher gestalten kann”, so der Geschäftsführer Niedersachsen des deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes. Unter anderem wurden in Gesprächen im Landwirtschaftsministerium Blühpflanzenprojekte beschlossen, die die Biodiversität verbessern sollen.

 


© 2006-2015 Klaus Ahrens - Haußelbergweg 54 - 29328 Faßberg / Müden - Impressum